Freitag, 10. Oktober 2008

Gebet im AT (Ausarbeitung)

Gebet im Alten Testament


Das Gebet gehörte schon immer zum Leben dazu. Menschen aller Zeiten haben gebetet. Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung Gottes und hat jeher den Drang mit diesem Schöpfer zu reden, das macht er im Gebet. Es findet in ganz unterschiedlichen Dimensionen statt, ob als Einzelperson oder Gruppe, im Stillen oder in der Öffentlichkeit. So werden Gebete laut ausgesprochen oder im inneren für einen selbst, dabei ist die Körperhaltung auch ganz unterschiedlich, es wird stehend, liegend und auch sitzend gebetet.


Im Alten Testament wird das Gebet häufig in poetischer Form an Gott gerichtet. Es ist eine an Gott gerichtete Rede, die von dem Volk, der Gemeinde, eines Repräsentanten oder eines individuellen Beters an Gott gerichtet wird. Auch die Art ist ganz unterschiedlich, so gibt es Lobgebete, Dankgebete, Fürbittegebete, Klagegebete und Bittgebete.


  1. Die älteren Formen1:

Kurze Gebete in der älteren Prosa2:Im alten Testament kommen gelegentlich kurze Gebete vor. Hier begegnen uns ganz unterschiedliche Formen, die im Folgenden kurz aufgelistet werden.

  • Die Bitte von David aus 2 Samuel 15, 21: Und als David gesagt wurde, dass Ahitofel im Bund mit Absalom sei, sprach er: HERR, mache den Ratschlag Ahitofels zur Torheit!

  • Die Klage von Samson aus Richter 15,18: Als ihn aber sehr dürstete, rief er den HERRN an und sprach: Du hast solch großes Heil gegeben durch die Hand deines Knechts; nun aber muss ich vor Durst sterben und in die Hände der Unbeschnittenen fallen.

  • Der Hilferuf von Samson aus Richter 16,28: Simson aber rief den HERRN an und sprach: Herr HERR, denke an mich und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal, damit ich mich für meine beiden Augen "einmal" räche an den Philistern!

  • Die kollektive Frage nach dem „Warum“ aus Richter 21,2 - 3: Und das Volk kam nach Bethel und saß da bis zum Abend vor Gott, und sie erhoben ihre Stimme und weinten sehr und sprachen: O HERR, Gott Israels, warum ist das geschehen in Israel, dass heute Israel um einen Stamm weniger geworden ist?

  • Die Urklage von Rebekka in Genesis 25,22: Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leib. Da sprach sie: Wenn mir's so gehen soll, warum bin ich schwanger geworden? Und sie ging hin, den HERRN zu befragen.

  • Die Volksklage aus Josua 7,7-9: Und Josua sprach: Ach, Herr HERR, warum hast du dies Volk über den Jordan geführt und gibst uns in die Hände der Amoriter, um uns umzubringen? O dass wir doch jenseits des Jordans geblieben wären! Ach, Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel seinen Feinden den Rücken gekehrt hat? Wenn das die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes hören, so werden sie uns umringen und unsern Namen ausrotten von der Erde. Was willst du dann für deinen großen Namen tun?

Bei all den verschiedenen Kurzgebeten geht man davon aus, dass es sich um Kurzzitate aus langen Gebeten handelt, die der Erzähler in seine Erzählungen mit eingebaut hat. Bei den Gebeten geht am von Gott als selbstverständliches gegenüber aus, den man „anruft“, um Hilfe zu bekommen.


Die Omenbitte: Bei der Omenbitte handelt es sich um eine Bitte, die nach einen äußeren Zeichen verlangt, woran deutlich wird das es erhört bzw. erfüllt wurde. In Richter 36, 12 – 14 steht eine solche Omenbitte: Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit dir, du streitbarer Held! Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr! Ist der HERR mit uns, warum ist uns dann das alles widerfahren? Und wo sind alle seine Wunder, die uns unsere Väter erzählten und sprachen: Der HERR hat uns aus Ägypten geführt? Nun aber hat uns der HERR verstoßen und in die Hände der Midianiter gegeben. Der HERR aber wandte sich zu ihm und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft; du sollst Israel erretten aus den Händen der Midianiter. Siehe, ich habe dich gesandt!


Das Gelübte: Bei dem Gelübte geht es darum, dass man Gott eine Gegenleistung verspricht. So geschehen in Richter 11, 30 - 31: Und Jeftah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die Ammoniter in meine Hand, so soll, was mir aus meiner Haustür entgegengeht, wenn ich von den Ammonitern heil zurückkomme, dem HERRN gehören, und ich will's als Brandopfer darbringen.


Das ausführliche Gebet bei der Orakeleinholung3: Bei dieser Art von Gebet, die überwiegend am Heiligtum abgehalten wurden, erbittet man von Gott eine Beantwortung der gestellten Frage. Ein Beispiel finden wir in 1 Samuel 14,37: Und Saul befragte Gott: Soll ich hinabziehen den Philistern nach? Willst du sie in Israels Hände geben? Aber er antwortete ihm an diesem Tage nicht.


  1. Gattung

In der Bibel findet man eine ganze Reihe von Gebeten, oftmals von bekannten biblischen Personen gesprochen. Die Psalmen sind eine Ansammlung von Gebeten und am kann sie in vier Hauptgattungen unterteilen.


Der Hymnus: Hierbei versammelt sich die Gemeinde , um gemeinsam Gott zu loben und ihm die Ehre zu geben. Dabei wird die Gemeinde von einem Vorredner aufgefordert Gott zu loben, dabei wird an die Schöpfung und die Geschichtsherrlichkeit (z.B.:Befreiung aus Ägypten) Gottes gedacht. Anschließend folgt ein Glaubensbekenntnis und der Hymnus wird durch die Abschlussbitte beendet. In Psalm 78 finden man einen Hymnus auf Gott und die Taten die er vollbracht hat. Der Psalmist Asaf beschriebt Gottes Größe, in Vers 3 steht: ...wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat. Danach folgt eine Auflistung der Wunder Gottes.


Das individuelle Klagelied: Es ist die häufigste Gattung der Psalmen, die Menschen klagen Gott ihr Leid. Dabei geht es um Krankheit, Ferne Gottes, Schuld und Feinde. Hierbei gibt es einen klaren Ablauf. Eine Einleitung mit dem Anrede an Gott, dem Hilferuf und einen Hinweis auf die Größe Gottes. Im Hauptteil folgt dann die Situationsbeschreibung, die Frage nach dem „warum“ und „wie lange“, die Bitte um Gottes Eingreifen und die Unschuldsbeteuerung. Den Abschluss macht ein Vertrauengelübte. Ein Beispiel für diese Gattung findet man in Psalm 69. Gleich am Anfang merkt man dem Schreiber David seine große Not an: Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;...


Da Klagelied des Volkes: Ist vom Aufbau ähnlich wie das individuelle Klagelied. Im Hauptteil wird jedoch eine durch Feinde entstandene Not beklagt und um Gottes Eingreifen gebeten. Den Abschluss bildet dann wieder die Vertrauensäußerung und das Gelübte gegenüber Gott. Der Psalm 44 beschreibt ein solches Klagelied des Volkes. Es wird beschrieben, dass das Volk Angst hat und sich von Gott verlassen fühlt, es wird um das Eingreifen von Gott gebeten: Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!


Das individuelle Danklied: Im Danklied geht es um den Dank für die Errettung aus einer Not bzw. Notlage. Es wird die vergangene Not und die Errettung erzählt und den Abschluss bildet der Dank an Gott. Während des Dankliedes (Dankgebets) ist der Beter von Verwandten, Freunden und mit feiernder Tempelbesuchern umringt. So einen Psalm findet sich im Psalm 18 wieder. In ihm zeigt David seine Dankbarkeit gegenüber Gott. Eindrücklich dargestellt schon in den ersten Versen des Psalms. (Verse 2 – 3): und er sprach:" Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!


  1. Bedeutung zur Zeit des Alten Testaments

Das Gebet war in der damaligen Zeit sehr wichtig und hatte seinen festen Platz im Gottesdienst. Aber auch im Leben der Familie war das Gebet (welches am Altar gehalten wurde) ein wichtiges Element und gehörte zu den priesterlichen Aufgaben des Familienvaters. Für die Israeliten war der Tempel, nachdem er errichtet wurden war, der bevorzugte Ort um zu beten, denn man glaubte hier Gott ganz nahe zu sein. Der Psalmter war das bevorzugte Gesangsbuch (Gebetsbuch) im Tempel und es wurde zu allen Anlässen aus seiner Sammlung gesungen und gebetet.

Die Fürbitte jedoch wird in den alttestamenlichen Schriften meisten den herausragenden Führern des Volkes zugeschrieben. Einer davon war Mose, wie man in Numeri 11,1 – 3 nachlesen kann: Und das Volk klagte vor den Ohren des HERRN, dass es ihm schlecht gehe. Und als es der HERR hörte, entbrannte sein Zorn, und das Feuer des HERRN loderte auf unter ihnen und fraß am Rande des Lagers. Da schrie das Volk zu Mose und Mose bat den HERRN; da verschwand das Feuer. Und man nannte die Stätte Tabera, weil hier das Feuer des HERRN unter ihnen aufgelodert war.

Das Fürbittengebet war aber vor allen die Aufgabe der Propheten, wie z.B. Elia in 2 Könige 1,2ff oder auch Jesaja in Jesaja 37, 1 – 7.

Im alten Testament sprechen Beter und Beterinnen ganz direkt den lebendigen Gott an, der sich in der Geschichte des Volkes Israel offenbart hat. Die Israeliten beten nicht als Einzelpersonen, sondern als Glieder ihres Volkes und für sie ist das Gebet im Gottesdienst zu hause und wird dort immer bleiben.


  1. Fazit der Ausarbeitung und eigene Meinung

Bei der Ausarbeitung ist mir neu bewusst geworden, wie wichtig das Gebet ist. Wir haben in der heutigen Zeit kaum noch Zeit zum Beten oder nehmen uns die Zeit nicht. In der damaligen Zeit und auch heute noch haben die Juden drei feste Gebetszeiten am Tag, wo sie ganz bewusst in die Gegenwart Gottes treten.

Aber auch die Art und Weise als Kollektiv zu beten ist heute fast verloren gegangen. Lieber wird das stille Gebet allein und zurück gezogen bevorzugt. Ich denke wir können und sollten viel von der damaligen Zeit und ihrer Intensivität, was das Gebet betrifft lernen. Natürlich ist alleine beten wichtig, aber das Gebet als Gruppe sollte wieder mehr in den Vordergrund treten, denn es hat auch seine Berechtigung. Die Bibel zeigt uns viele Möglichkeiten, was die Haltung betrifft, wie man vor Gott beten soll. Aber sie gibt uns auch eine Vielzahl an Gebeten mit auf den Weg, von denen wir lernen können und die nicht alt und unbrauchbar geworden sind, sondern immer noch aktuell sind und es auch bleiben.





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Literaturliste: RGG 4, Seite 485 – 488 (Leider nicht mehr Angaben möglich, da ich nur Kopien hatte)

1Die Bibeltexte stammen alle aus der rev. Lutherbibel 1984

2von lateinisch prorsus/prosa orationach vorn gerichtete schlichte Rede

3Orakel kommt aus dem lateinischen und bedeutet göttliche Offenbarung

Mittwoch, 2. April 2008

Predigt: Johannes 21, 15-17

Guten Morgen / Abend.

Ich freue mich, dass ich heute hier bei euch predigen darf. Als ich gefragt wurde, ob ich predigen möchte, habe ich natürlich gerne zugesagt.

Ich möchte mir heute zusammen mit euch einen Text ansehen, der recht bekannt ist, aber es soll heute nicht um eine übliche Auslegung gehen, sondern wir wollen den Text betrachten mit der Fragestellung: Wie hat Jesus im Text seelsorgerlich gehandelt und was können wir als Menschen und als Gemeinde davon lernen.

Der Text steht im Johannesevangelium Kapitel 21 die Verse 15 bis 17.

Um euch ein wenig auf den Text einzustimmen möchte ich kurz erzählen, was sich davor zugetragen hat.

Wie schon angedeutet handelt es sich um die Zeit nach Ostern. Jesus war tot und ist wieder auferstanden, inzwischen hatte er sich seinen Jüngern, in den verschlossenen Raum, wo sie sich aus Angst versteckt hielten, gezeigt und war von dort wieder verschwunden. Wo genau Jesus war wissen wir nicht und die Jüngern wohl auch nicht. Aber sie waren immer noch zusammen.

Petrus wollte fischen gehen und die anderen, die mit ihm unterwegs waren, gingen mit ihm.

Doch während sie nachts draußen waren fingen sie keinen einzigen Fisch.

Frustriert und müde wollten sie zum Land zurückkehren, als sie einen Mann am Ufer sahen, der ihnen etwas zurief.

„Kinder! Habt ihr nicht ein paar Fische für das Frühstück? Nein, riefen sie. Und der Mann am Ufer schrie zurück Wirft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, dort fangt ihr etwas.

Ein bisschen verwundert taten die Jünger um Petrus was der Mann ihnen zurief, aber ein bisschen seltsam kam es ihnen schon vor.

Doch als sie das Netz einholen wollten, fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen.

Das konnte nur Jesus sein, er war da, er stand am Ufer und wartete auf sie, denn das gleiche Wunder hatte ein Teil von Ihnen, bei ihrer Berufung als Jünger, schon mal erlebt.

Petrus konnte es nicht abwarten bei Jesus zu sein und sprang in Wasser und schwamm ihm entgegen. Als die anderen Jünger mit dem Boot am Ufer waren, brannte schon ein Feuer. Gemeinsam aßen sie Frühstück, geredet wurde nicht.

Und hier nun schießt unser Bibeltext für heute an.

Ich lese uns den Text aus der Neuen Genfer Übersetzung, denn ich denke, dass sie dem ursprünglichen Text am Nächsten kommt.

Überschrieben ist die Geschichte mit Jesus und Petrus:

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?“ Petrus gab ihm zur Antwort: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Darauf sagte Jesus zu ihm: „Sorge für meine Lämmer!“ Jesus fragte ihn ein zweites Mal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Petrus antwortete: „ Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Da sagte Jesus zu ihm: „ Hüte meine Schafe!“ Jesus fragte ihn ein drittes Mal: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn nun schon zum dritten Mal fragte: „Hast du mich lieb?“ „Herr, du weißt alles“, erwiderte er. „Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Darauf sagte Jesus zu ihm: „Sorge für meine Schafe!

Noch einmal kurz zu der Situation: Die Jünger um Petrus aßen mit Jesus zusammen Frühstück. Sie wussten, dass es Jesus war doch keiner traute sich etwas zu sagen. So saßen sie schweigend beisammen. Was sie wohl gedacht haben?!

Einer unter ihnen könnte folgendes gedacht haben:

- warum sagt er nichts

- mag er mich noch

- was ist wenn er mich darauf anspricht

- warum hab ich das bloß getan

Die Rede ist von Petrus. Was war passiert, warum diese Gedanken?

Wir erinnern uns: Petrus hat dreimal gesagt: Ich habe mit diesem Jesus nichts zu tun. Und was wahrscheinlich noch tiefer saß war, dass Jesus es voraus gesagt hat und mitbekommen hat, dass Petrus ihn verleugnete, wir können also annehmen, dass er sich schon ein wenig unbehaglich fühlte.

Das ist die Situation.

Wie würdet ihr in solch einer Situation reagieren? Also ich würde Petrus erstmal meine Meinung zu dem Ganzen geigen. Siehst du, von wegen bis in den Tod, hab ich dir doch gesagt, das du mich verleugnest.

Aber nicht Jesus, Jesus reagiert völlig anders, Jesus macht ihm keine Vorwürfe.

Er f

Jesus fragt Petrus ganz direkt:

Simon Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?

Simon ist der ursprüngliche Name von Petrus bevor ihn Jesus unbenannte. Petrus kommt aus dem lateinischen und bedeutet „Fels“.

Und Jesus spricht Petrus direkt an, stellt ihm eine Frage. Ja! mag Petrus gedacht haben, das ist meine Chance Jesus zu beweisen, was er mir bedeutet, Ja! Ich kann alles wieder gut machen. Er ist mir nicht böse, er fragt MICH und nicht die anderen. Und so kommt auch seine Antwort, präzise, gradlinig und rasch: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.

Und Jesus antwortet: Sorge für meine Lämmer.

Gut! Mag Petrus gedacht haben, das währe geklärt, das ist ja noch mal gut gegangen, doch Jesus fragt ihn noch mal: Simon Sohn des Johannes liebst du mich?

Aber ich hab doch grade geantwortet, Jesus wieso fragst du noch mal und wieso fragst du jetzt so direkt, ob ICH dich lieb habe. Aber okay Jesus: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.

Dann hüte meine Schafe.

Und Jesus fragt noch mal: Simon, Sohn des Johannes hast du mich lieb?

Das war selbst für den hart gesottenen Petrus zuviel. Noch mal dieselbe Frage, warum glaubt Jesus mir nicht, was soll ich den noch antworten.

Petrus war wohl nicht darüber enttäuscht, dass Jesus ihn zum dritten Mal fragte, sondern vielmehr darüber, dass seine Worte, seine Antworten keine Tragweite hatten. Er merkte wie abhängig er von der Liebe Jesu ist und das sie den Sinn seines Lebens ausmacht.

Das merkt man auch in seiner nahe zu schüchternen Antwort: Herr du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich lieb habe.

Wir haben in diesem Gespräch zwei Steigerungen drin.

Die eine in der Frage von Jesus und die andere in der Antwort von Jesus.

In der ersten Frage geht es eher um den Vergleich zu den anderen.

Liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?

Jesus beginnt seine Frage also recht klein, in einem überschaubaren Rahmen. Was wirklich hinter der Frage steckt, wissen wir leider nicht. Aber die Antwort von Petrus, war wohl nicht so wie Jesus sie erwartet hat, denn in der zweiten Frage wurde er noch etwas persönlicher.

Liebst du mich?

Hier geht es nur um Petrus alleine, kein Vergleich mit den anderen, nur um ihn, nur um Petrus. Aber die Antwort von Petrus war die gleiche wie beim ersten Mal.

Und Jesus bricht, beim dritten Mal, die Frage auch Petrus herunter. Oft werden die ersten beiden „Liebst du mich“ Fragen vom griechischen Wort „agape“ hergeleitet, also die bedingungslose, einseitige, befreiende, auf andere zentrierte Liebe, die Jesus uns schenkt. Aber bei der dritten Frage, fragt Jesu: Hast du mich lieb? Im ursprünglichen Text wird hier das griechische Wort Phila gebraucht, also die Freundschaftsliebe oder Gegenseitige Liebe zwischen zwei Personen. Jesus begegnet hier Petrus auf einer Ebene. Und Petrus merkt, dass es hier um mehr geht als um die Frage, ob er Jesus liebt

Jesus hatte mit Petrus etwas Großes vor. Erinnert ihr euch was sein Name bedeutet?

„Fels“. Petrus sollte zum Grundstein der Gemeinde werden. Das wird auch in den Antworten von Jesus deutlich.

1. Sorge für meine Lämmer

2. Hütte meine Schafe

3. Sorge für meine Schafe

Hier gibt es eine ganz klare Steigerung. Jesus hat einen Auftrag für Petrus. Petrus soll sich um die junge christliche Gemeinde kümmern – sorge für meine Lämmer.

Die erwachsenen Christen soll er hüten, also aufpassen, dass ihnen nichts passiert, das sie nicht von ihrem Glauben abfallen – Hütte meine Schafe.

Aber damit endet der Dienst nicht, auch für die gewachsenen Christen soll er sorgen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ihnen Antworten auf ihre Fragen geben – Sorge für meine Schafe.

Wenn wir das Gespräch zwischen Jesus und Petrus betrachten, dann sehen wir, dass Jesus sehr bewusst, sehr seelsorgerlich auf Petrus eingeht. Es lassen sich vier Aspekte in diesem Gespräch festhalten:

1. Jesus gibt ihm Zeit in der Situation anzukommen. Erst die große Freude, dass Jesus lebt und dann die Erinnerung an das was er, Petrus, getan hat.

2. Jesus beginnt das Gespräch, er wartet nicht darauf das Petrus den schweren ersten Schritt macht.

3. Jesus macht ihm keine Vorwürfe und klagt ihn nicht an. Jesus fragt in: Hast du mich lieb?

4. Jesus gibt Petrus eine Zukunft, indem er ihm einen Auftrag für die Zukunft gibt: Weide meine Schafe.

Und genau das ist unser Thema für den heutigen Sonntag.

„Wie hat Jesus seelsorgerlich gehandelt und was können wir davon lernen?“

Diese vier Aspekte sind so wichtig im Umgang miteinander. Sie sind der Rahmen in dem wir uns bewegen sollten.

Aber bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehe, müssen wir noch einen Begriff klären.

Was bedeutet Seelsorge?

Der Begriff Seelsorge bedeutet folgendes:

Seelsorge ist ein aus theologischer Sicht motiviertes Bemühen um den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit und dessen Beziehung zu Gott. Die Zusammensetzung aus "Seele" und "Sorge" ist ein im Deutschen geschichtlich gewachsener Begriff, für den es in den Ursprachen der Bibel keine direkte Entsprechung gibt. Dort begegnen Begriffe wie Paraklese, was man im weitesten Sinne mit Begleitung, im engeren Sinne mit Ermutigung, Ermahnung und Tröstung wiedergeben kann.

Ich finde diese Erklärung zeigt, worum es bei der Seelsorge geht und das es ein Thema für jeden Christen ist und für jeden Christen sein sollte. Jesus hat uns vorgemacht, was dabei wichtig ist, worauf wir achten sollten, damit seelsorgerliches Handeln auch Früchte tragen kann.

Und deswegen ist es wichtig, dass wir uns die vier Aspekte noch mal genau ansehen und eine Brücke für uns heute schlagen.

Jesus gab Petrus die Zeit, sich auf die Situation zu konzentrieren.

Wie oft fallen wir sprichwörtlich mit der Tür ins Haus ohne lange zu überlegen und dem anderen die Chance zu lassen „anzukommen“. Wir haben schnell die passende Antwort parat und der Andere weiß noch gar nicht genau, um was es überhaupt geht.

Stellt euch folgende Situation einmal vor. Ihr kommt nach einen lange, harten Arbeitstag nach Hause und sofort bekommt ihr von eurem Ehepartner gesagt, was noch alles an Hausarbeit zu tun ist. Ihr habt keine Chance in der Situation anzukommen, keine Chance euren Arbeitstag hinter euch zu lassen.

Oder ein anderes Beispiel, stellt euch vor ihr kommt Sonntag in den Gottesdienst, der Morgen war stressig, es hat ewig gedauert bis die Kinder fertig waren und ihr hängt mit euren Gedanken immer noch bei dem Streit am Frühstückstisch. Ihr habt euch grade auf euren Stuhl gesetzt und der Prediger beginnt mit der Predigt. Keine Begrüßung, keine Lieder, keine Einstimmung auf das Thema. Ihr habt keine Chance anzukommen, keine Chance euch 100% auf die Predigt zu konzentrieren.

Gebt den Menschen mit denen ihr zu tun habt die Zeit anzukommen, die Situation zu erfassen.

Kommen wir zum zweiten Aspekt:

Jesus beginnt das Gespräch, er wartet nicht darauf das Petrus etwas sagt, er holt Petrus sozusagen ab.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ein Punkt den wir uns gut merken sollten. Wie oft warten wir darauf, dass der Andere den ersten Schritt macht. Wie oft ERwarten wir es sogar von ihm. Manchmal bewusst, manchmal auch unbewusst. Es ist ja auch soviel einfacher, wenn der Andere das Gespräch beginnt. Aber was passiert eigentlich, wenn beide das vom Anderen erwarten, wenn beide darauf warten, dass der andere anfängt. Stellt euch mal einen Streit vor in dem keiner den Versuch unternimmt auf den anderen zuzugehen, keiner beginnt ein klärendes, heilendes Gespräch. Der Streit bleibt bestehen. Das kann nur zur Trennung der Beiden führen.

Ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Jugend, wo ich auch einen Streit mit einem guten Freund hatte, wir beide sahen das Geschehene nicht als unsere Schuld an und keiner wollte den ersten Schritt auf den anderen zugehen. Das hätte uns beinahe die Freundschaft gekostet. Erst mit Hilfe von Freunden sind wir über unseren Schatten gesprungen und haben miteinander geredet. Aber leider fällt es uns so oft so schwer über den eigenen Schatten zu springen. Und das führt allzu oft zur Trennung oder Entfernung zu anderen Menschen, zu Freunden und sogar zur eigenen Familie.

Wenn das bei euch im Leben der Fall ist, dann nimmt die Chance wahr, und beginnt das Gespräch, fangt an mit dem zu reden, wo ihr denkt: wir haben uns voneinander entfernt.

Der nächste Aspekt wird auch viel zu wenig berücksichtigt, was Jesus hier macht, vergessen wir sehr oft.

Jesus macht Petrus keine Vorwürfe, er klagt ihn nicht an. Sicher, er hätte einen guten Grund dafür gehabt, Petrus zur Rede zu stellen und zu fragen was das sollte, erst das Versprechen von Petrus, Jesus bis in den Tod zu folgen und dann verleugnet er ihn. Aber Jesus macht das nicht. Vielmehr geht er auf Petrus ein.

Wie oft klagen wir andere an, zeigen ihnen ihre Schwächen auf und stellen uns als Besser da. Aber hilft es einen? Ich denke das kann auch nur im Streit enden. Wir neigen dazu, wenn wir angegriffen werden uns zu verteidigen.

Aber habt ihr mal versucht den anderen nicht anzuklagen, ihm keine Vorwürfe zu machen, das kann so heilsam sein.

Als ich mein Kindergarten Praktikum gemacht habe, kam es zu der Situation, dass ein Kind immer dem Anderen das Spielzeug wegnahm. Das Kind war verhaltensaufällig und gehörte zu den Kindern, die immer irgendwas unternahmen, um andere zu ärgern. Ich hatte zwei Möglichkeiten mit der Situation umzugehen. So wie ich es von der Erzieherin gesehen hatte, die ihn einfach anfuhr und zurechtwies und damit war die Sache gegessen oder ich spreche mit ihm und versuche herauszufinden, warum er das macht. Ich hab mich für das Zweite entschieden. Als ich das Kind nicht anklagte, nicht zurechtwies, sondern mit ihm vernünftig sprach, konnte man die Dankbarkeit in den Augen des Kindes sehen, dass sich mal ein Erwachsener nicht immer nur über ihn aufregt und ihn zurechtweist.

Und ich möchte euch das ans Herz legen, wenn ihr die kommende Woche in solch eine Situation kommt, sei es bei der Arbeit oder auch zu Hause, dann denkt an das, wie Jesus, auf Petrus einging und ihn nicht angeklagt hat, sondern lernt von Jesus und macht es auch so.

Der letzte Aspekt den Jesus uns hier zeigt, ist, dass er Petrus einen Auftrag gibt, er gibt ihm die Hoffung, dass die Sache wirklich bereinigt ist, das er ihn gebrauchen möchte und wir können in der Apostelgeschichte nachlesen, was Petrus noch alles für Jesus, für Gott gemacht hat, das er sich den Namen Fels wirklich verdient hat.

Wie ist das bei uns? Machen wir das? Oder hoffen wir nur, dass die Situation ausgestanden wird und dann mal sehen was kommt?

Ich denke als Christen haben wir die Verantwortung Menschen Hoffnung zu geben, denn wenn wir jemanden Hoffung geben zeigen wir ihm unsere Liebe. Das lässt sich schön bei den Bemühungen von Eltern an ihren Kindern sehen. Was für einen Unterschied macht es, wenn man dem Kind, das gerade wieder beim Versuch Fahrrad zu fahren hingefallen ist, nicht sagt, irgendwann klappt das schon, sondern ich helfe dir dabei das es klappt. Das drückt Liebe aus, das zeigt Interesse am Kind.

Und so ist es auch wenn wir diese vier Aspekte bedenken. Das währe eine Revolution im Umgang untereinander. Dadurch würden wir echtes Interesse an unseren Mitmenschen zeigen. Wir würden unserem Nächsten mit Liebe begegnen, ihm zeigen, dass wir ihn lieb haben. Jesus zeigt uns hier nicht nur, wie wir Gespräche mit verletzten Herzen und Seelen führen sollten, wie wir miteinander umgehen sollen, vielmehr zeigt er uns was Liebe bedeutet, er zeigt uns was Agape, die bedingungslose Liebe, ausmacht.

Wie oft versage ich? Wie oft enttäusche ich Jesus? Wie oft setze ich meinen Gaben, meine Zeit mein Geld nicht für ihn ein? Und wie reagiert er? Er reduziert alles auf die entscheide Frage: Hast du mich lieb, Dallo? Das ist das entscheide am Christentum. Kein Wort von Moral, kein Vorwurf – nur LIEBE.

Das ist die totale Herausforderung für mein Leben. Für meinen Umgang mit anderen Menschen um mich herum. So wie Jesus mich behandelt, mich sieht, so will ich versuchen auch zu leben und diese Herausforderung gilt nicht für mich allein, der sollten, der müssen wir uns alle stellen, ob als Einzelperson oder als Gemeinde. Erst wenn wir anfangen unseren Nächsten da abzuholen wo er steht, ihn nicht anzuklagen, das Gespräch zu beginnen und ihm Hoffnung für seine Zukunft zu geben, dann zeigen wir ihm wahre Liebe. Die Liebe die Gott uns schenkt, die Liebe die Jesus ans Kreuz gebraucht hat und die Liebe die es ermöglicht, dass wir Menschen so begegnen, wie Jesus es uns vorgemacht hat.

AMEN

Segen:

Der Herr segne und behüte euch, er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch seinen Frieden …AMEN

Sonntag, 17. Februar 2008

Examespredigt Johannes 13, 1-15

E. Predigt: Johannes 13, 1-15

„Ok, Jesus, wir haben es ja verstanden. Nun stell sie zurück. Komm schon es ist demütigend genug. Bitte, Herr, stell die Schüssel zurück.“

Was war passiert? Warum waren die Jünger so empört, erschrocken, demütig?

Jesus wollte mit seinen Jüngern Abendbrot essen. Dazu trafen sie sich in einem Raum. Zu diesem Zeitpunkt wusste er schon, dass Judas ihn verraten würde und dass er hingerichtet wird. Ansonsten war alles normal. Nichts Außergewöhnliches war passiert. Die Wasserschüssel für das Fußbad stand an ihrem Platz, ein Tuch hing daneben.

Das Einzige, was sie ein wenig störte, war, dass der Haussklave nicht seiner Arbeit nachkam und ihnen die Füße beim Hereingehen gewaschen hatte. Aber sie wollten sich auch nicht auf dieses Niveau herablassen. Sie sahen es nicht als ihre Aufgabe an.

Nachdem sie ein wenig planlos, irritiert herumstanden, nahm Jesus die Wasserschüssel und fing an, ihnen die Füße zu waschen. Sie konnten nicht glauben, was sich da abspielte.

Jesus, ihr Herr, ihr Heiland war dabei, ihnen die Füße zu waschen. Er der Wunder getan hatte, der Kranke heilte, Tote auferweckte, der Naturwunder und Essenswunder vollbracht hatte, war dabei ihnen die Füße zu waschen. Sie waren vollkommen sprachlos, niemand konnte etwas sagen.

Niemand, bis auf Petrus.

„Herr, willst du mir etwa die Füße waschen?“

„Ja, Petrus, das will ich. Auch wenn du es noch nicht verstehen kannst.“

„Nein, Herr, das kannst du... das darfst du nicht tun.“

„Doch, Petrus, sonst hast du keinen Teil an mir.“

„Nein, Herr, nur das nicht, wasch meine Füße – besser wasch mich ganz!“

Nachdem Jesus Petrus und dem Rest der Jünger die Füße gewaschen hatte, setzte er sich wieder und sagte zu ihnen: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, an das ihr euch halten sollt.“

Diese Geschichte von der Fußwaschung der Jünger finden wir im Johannesevangelium Kapitel 13 Verse 1 bis 15.

Was diese Geschichte so besonders macht? Ganz einfach, Jesus tat etwas, was gegen die Norm, gegen die Richtlinien, gegen den normalen Menschenverstand der damaligen Welt sprach. Das Fußbad war nicht das Problem, das gehörte in der Zeit zum guten Umgang zwischen den Menschen. Es gab keine Schuhe, so ist man meistens barfuss oder mit Sandalen herum gelaufen. Da die Straßen staubig und schmutzig waren, gehörte es zur Gastfreundschaft, wenn man dem Gast die Füße wusch, bevor er das Haus betrat. Diese Arbeit wurde meistens von Haussklaven durchgeführt. Kein Mann, der etwas auf sich hielt, wollte sich auf eine Stufe mit einem Sklaven setzten lassen. So war es für die Jünger auch so schwer, Jesus bei dieser Arbeit zu sehen. Er, ihr Herr und Meister, tat etwas, wofür sie sich zu schade waren. Das durfte er nicht tun. Nein, das war gegen jede Regel. Das konnte er nicht machen.

So ist wahrscheinlich die Reaktion von Petrus auch nachvollziehbar.

Klar, dass es wieder Petrus sein musste, der zuerst den Mund aufmachte. Petrus, der harte Kerl in der Truppe. Er, der immer vorne mit dabei war, ein echter Mann, der immer was zu sagen hatte.

So war es schon damals, als er zu Jesus auf das Wasser kommen wollte und so würde es auch in der Zukunft sein, als er Jesus, bei dessen Gefangennahme befreien wollte und dem Soldaten das Ohr abschlug.

Petrus fand als erster die Stimme wieder und ließ seinem Unmut freien Lauf.

„Jesus, hier stimmt was nicht. Das passt nicht. Das kannst du nicht machen. Auch wenn die anderen mitmachen, ich nicht.“

Aber Jesus begegnete Petrus in der ganzen Liebe, die er für ihn hatte und versuchte, ihm zu erklären, was noch nicht erklärbar war.

Ich möchte uns diesen Dialog zwischen Jesus und Petrus einmal aus der Lutherübersetzung vorlesen:

6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. 9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein.

Dieser Dialog ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass selbst die Jünger, die drei Jahre mit Jesus zusammen lebten, nicht verstanden, was seine Taten bedeuteten.

Und wenn ihnen das schon schwer gefallen war, so ist es kein Wunder, dass wir auch Probleme damit haben.

Aber wir haben einen entscheidenden Vorteil, wir wissen, was nach diesem Abendessen passierte. Bei Johannes wird es nicht so deutlich genannt, wie bei den anderen Evangelisten. Bei ihnen wird dieser Teil überschrieben mit: Das letzte Abendmahl.

Diese Fußwaschung passiert unmittelbar vor der Gefangennahme und der Hinrichtung von Jesus durch die Römer.

Aber davon konnte Petrus in der Situation noch gar nichts wissen.

Um Jesus in der Situation zu verstehen, müssen wir uns einmal das Gespräch der beiden genauer ansehen.

Petrus konnte die tiefe Bedeutung der Fußwaschung nicht verstehen. Er wusste noch nichts vom Kreuz und von der Auferstehung Jesu. Ahnte noch nichts von Jesu tiefer Liebe zu uns, die ihn das Leben kostete.

Jesus musste für unsere Sünden hingerichtet, gekreuzigt werden. Denn von alleine können wir nicht vor Gott bestehen. Das heißt: Aus eigener Kraft ist es uns nicht möglich, das ewige Leben zu bekommen. Nur dadurch, dass Jesus für uns als Unschuldiger gestorben ist, hat er diesen Weg wieder frei gemacht. Daran werden wir jedes Jahr am Karfreitag erinnert. Und wenn ich das begreife und für mich erkannt habe, dann bin ich frei von der Sünde.

Angenommen habe, das heißt, ich bin nicht mehr gefangen in ihr, wie ich es vorher war.

Denn, und so ist es leider, wenn ich als kleines unschuldiges Baby auf die Welt komme, bin ich schon gar nicht mehr so unschuldig, wie es die meisten sich wünschen würden.

Aber da kann ich gar nichts für, dass haben Adam und Eva im Paradies gemacht, als sie sich nicht an das Gebot Gottes hielten und doch von der Frucht aßen. Und wir müssen mit dem Geschehenden leben – noch heute.

Adam und Eva, die als erste Menschen, in einer von Gott geschaffenen, wunderschönen Welt lebten, hatten nichts Besseres zu tun, als das einzige Gebot, was Gott ihnen gegeben hatte, zu übertreten. Und damit war die tolle Beziehung, die der Mensch zu Gott hatte, im Eimer. Wohl gemerkt, ich spreche hier von der Sünde, die uns von Gott trennt. Also die eine Beziehung mit ihm unmöglich macht, wenn wir nicht daran glauben können, was Jesus am Kreuz auf Golgatha für uns gemacht hat.

Aber - und davon spricht dieser Text, wenn wir das begriffen und angenommen haben, dann haben wir in dem Blut, das Jesus für uns vergossen hat, sinnbildlich gebadet.

Das heißt, die Beziehung zu Gott ist wieder hergestellt, und durch den heiligen Geist, haben wir eine Standleitung zu Gott, die keiner trennen kann.

Bis hier hin ist es ja alles super toll und einfach, da muss man ja nicht viel für tun, außer zu begreifen und anzunehmen, was Jesus getan hat.

So einfach ist es aber nicht, denn es gibt da noch diesen kleinen Nebensatz.

„Aber die Füße müssen noch gewaschen werde.“

Auch wenn wir Jesus für unser Leben angenommen haben, so leben wir ja noch in dieser Welt. Das heißt auch: Wenn wir von der Sünde befreit worden sind, so ist es die Welt, in der wir täglich leben, noch nicht. Wir leben, arbeiten, essen, trinken, lachen, weinen in ihr, in dieser Welt, wo der Teufel einen enorm großen Einfluss hat.

Wir sind befreit von der Sünde, aber das heißt ja nicht, dass wir keinen Müll mehr bauen, also nicht mehr sündigen können. Ok, wie jeder normale Mensch wissen wir, dass morden, rauben, töten nicht gerade die tollsten Dinge sind, wenn man ein Leben mit Jesus führt. Aber das wissen auch Millionen von anderen Menschen, die Jesus nicht folgen. Aber was ist mit lügen, lästern, tratschen, Geheimnisse verraten, schlechte Gedanken, fluchen, schimpfen usw.?

Also ich kann nicht behaupten, dass es bei mir nicht mehr vorkommt. Wenn ich ehrlich bin, kommt es sogar öfter vor, als mir lieb ist. Das ist leider das Leben.

Und da kommt nun dieser zweite Satzteil zum Tragen, als Jesus zu Petrus sagt, „ausgenommen die Füße“. Auch wenn wir gebadet sind, müssen wir uns einander die Füße waschen, also einander helfen, mit den Sünden des täglichen Lebens umzugehen, sie zu verzeihen, zu verarbeiten, zu ermahnen und einander helfen.

Jesus stellt uns hier nicht vor eine unlösbare Aufgabe, denn die größte und schwerste Aufgabe hat er selber schon übernommen, als er ans Kreuz ging. Hier geht es darum, mit dem von Jesus vorgemachten weiter zu machen.

In Vers 15 steht: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“

Jesus gibt uns ein Beispiel, ein Model nachdem wir handeln sollen. Indem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, macht er etwas, dass gegen dem sprach, was andere von ihm erwarteten. Blinde und Lahme heilen, auf dem Wasser gehen, Wunder tun, dass war okay. Das war der Größe Jesu angemessen.

Aber wann hat sich Jesus schon mal an das gehalten was andere von ihm verlangten? Er wusste, warum er auf der Erde war. Und das war sein Vorteil gegenüber allen Menschen, die sich darum stritten was Jesus durfte und was nicht. Er kannte sein, von Gott, gegebenes Ziel und konnte sein ganzes Leben so gestalten, dass es auf dieses eine Ziel hinläuft.

Kennen wir unser Ziel im Leben? Was für Ziele verfolgen wir im Leben?

Eigene Familie, eigenes Haus und einen guten Beruf, das sind die meisten Antworten auf die Frage: Welche Ziele hast du in deinem Leben? Oder wir als Christen geben gerne mal das Ziel an: DAS EWIGE LEBEN.

Aber gestalten wir unser Leben auch so, dass es dem Ziel entspricht? Ich, zum Beispiel, verfolge gerne Ziele, die ein wenig näher in der Zukunft liegen, also im Moment einen guten Abschluss im Sommer machen und eine gute Stelle für mein Anerkennungsjahr finden. Dabei vergesse ich aber oft, Jesus immer den ersten Platz in meinen Leben zu geben. Ich hab das Ziel nicht im Blick, weil ich durch, diese Lebensabschnittsziele abgelenkt bin.

Aber Jesus wusste was sein Ziel, hier auf der Erde, war. Somit war die Fußwaschung ein weiterer Teil, um sein Ziel zu erreichen.

Das was in dieser Geschichte passiert, ist eine Zusammenfassung seines Lebens, seines Handelns, seines Kommens. Hier ist der Punkt, indem er alles, was er gelehrt und getan hat, noch einmal zusammenfasst.

An dieser Stelle zeigt sich die grenzenlose Liebe zu seinen Jüngern. Selbst zu Judas, der ihn später verraten würde.

Aber wie kann das jetzt konkret für uns, in unserem Leben aussehen. Wie gesagt Jesus hat uns ein Beispiel gegeben und das war nicht, dass wir jedem die Füße waschen sollen, obwohl das bestimmt auch sehr lustig anzusehen wäre, wenn man durch die Stadt geht und die Christen anderen Menschen die Füße waschen.

Aber, nein, bei Jesus geht es, wie so oft um mehr.

Jesus möchte, dass wir wissen, dass diese Trennung von Gott aufgehoben wurde, durch ihn. Diese Trennung wurde wieder verbunden, aber leider gibt es immer wieder kleine Störungen und daran müssen wir arbeiten. Und deswegen sagt Jesus auch zu uns heute: Ich habe euch ein Beispiel gegeben, nachdem ihr tut, wie ich euch getan habe.

Wir sind jetzt dran anderen sinnbildlich die Füße zu waschen und weil wir selber Menschen sind, auch uns die Füße waschen zu lassen.

Helfen wir anderen, dass sie die Störungen in ihrer Leitung zu Gott beheben können und lassen wir uns helfen, dass unsere Störungen auch weniger werden und das wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Ich habe mir bei der Vorbereitung der Predigt lange überlegt, was für ein Beispiel ich euch mitgeben kann.

Ich möchte, dass ihr euch einen Menschen aus euerem täglichen Leben vorstellt, zu dem eure Beziehung im Moment gestört ist, sei es weil er oder auch ihr selber etwas gemacht habt, was diese Störung verursacht hat. Nehmt euch nun die nächsten Tage Zeit und redet mit Gott darüber, wo die Störung ist, warum sie da ist und das Du sie gerne beheben möchtest. Wenn du dann das Gefühlt hast, dass Du vor Gott damit im Reinen bist, gehe zu deiner Person und rede mit ihr über die Störung, die zwischen euch ist und wie ihr sie beheben könnt und erzählt ihr von dieser Predigt und was euch dazu bewogen hat, diese Störung zu beheben und die Beziehung wiederherzustellen.

Das kann zum Anfang werden von ganz vielen „Fußwachungen“ und das war das was Jesus sich von seinen Jüngern wünschte, dass sie das Beispiel weiter geben, was er ihnen gezeigt hat. Und heute sind wir die Jünger von Jesus. AMEN

Freitag, 16. November 2007

Andacht Psalm 37,5

Vor 2,5 Jahren, war ich 2 Jahre arbeitslos, hatte 2 Ausbildungen hinter mir und 2 Fragen.

- Was tun?

- Wo was tun?

Denn, ich wollte nicht in einem meiner Berufe arbeiten, aber ich wollte auch nicht mehr arbeitslos sein.

Am Anfang war es toll ohne Frage, man hatte Zeit ohne Ende, man konnte ausschlafen und den ganzen Tag tun was man sonst nicht schaffte.

Aber je länger ich arbeitslos war, desto anstrengender wurde es auch.

Anstrengend? Wenn man frei hat? Wie soll das denn gehen?

Die Nächte wurden immer länger, ich stand immer später auf, da ich nicht wusste was ich machen sollte. Meine Freunde waren alle arbeiten und ich hatte nichts zu tun. Langeweile!! Es war nicht nur anstrengend, es war richtig scheiße. Nichts zu tun, keine Abwechslung, NICHTS. Manchmal stand ich morgens auf und hasste den Tag, der vor mir war. Ich hasste es aufzustehen, weil ich wusste mir wird langweilig sein, ich hasste es aufzustehen, weil ich wusste es dauert noch ewig bis ich wieder schlafen werde und den Scheiß hinter mir lassen konnte, entfliehen konnte, nicht drüber nachdenken musste.

Jetzt 2,5 Jahre später, habe ich fast vier Ausbildungen und 2 Antworten.

Und wieder 2 Fragen:

- Warum erzähle ich dir das?

- Was hat das mit dir zu tun?

Warum ich es dir erzähle? Ganz einfach weil ich es möchte.

Was das mit dir zu tun hat, dazu kommen wir später.

Vor 2,5 Jahren, als ich diese Fragen hatte, hatte die gleichen Fragen eine Freundin von mir auch.

- Was machen und wo?

Ich gab ihr 2 Antworten:

- Lies Psalm 37,5

- Glaube daran.

Aber wenn man es genau nimmt, dann waren das die Antworten auf meine Fragen.

„Sorge dich nicht um deine Zukunft, überlass sie Gott, er macht das schon.“

Indem ich ihr helfen wollte, habe ich mir geholfen.

Indem ich ihr Hoffnung geben wollte, gab ich sie mir.

Denn ich wusste ja auch nicht, was und wo.

Aber daran zu glauben, dass Gott es wusste, war schon mal nicht schlecht.

Mein Problem war damit nicht aus der Welt oder besser geworden, es wurde auch nicht kleiner.

Ich war immer noch arbeitslos und hatte die gleichen Fragen wie vorher.

Und ich hab auch viel später erst gemerkt, dass ich mir da geantwortet habe.

Aber so ist das manchmal: Gott versucht dir etwas zu sagen, zu zeigen oder mit dir zu quatschen und du kapierst es nicht, siehst es nicht, hörst es nicht.

Aber eines ist sicher, die Bibel ist aktuell und Gott ist es auch.

Und um die zweite Frage von vorhin zu beantworten:

- Was hat das mit dir zu tun?

NICHTS, Rein gar nichts!!!

Außer du möchtest es. Denn dann kann Gott auch dein Leben verändern, verbessern.

Wenn du dich traust, Gott traust, dann wirst du ihn erleben, das ist sicher.

Ich habe ihn erlebt und erlebe ihn, weil ich es zugelassen habe, weil ich es möchte und weil ich weiß, dass es gut ist auf Gott zu hören, ihn zu erleben.

Also wenn du mich fragst: Was Gott mit deinem Leben zu tun hat?

Kann ich nur sagen: Nichts oder eben alles, wenn du es möchtest.

Dienstag, 13. November 2007

Predigt: Lasten im Alltag

Predigt: Lasten im Alltag 11.11.2007 JuKi Stralsund

Hallo! Schön, dass Du heute den Weg zu uns in die Jugendkirche gefunden hast. Mein Name ist Danilo. Hier in der Jugendkirche mache ich grad ein Praktikum und darf dir heute etwas über Lasten im Alltag erzählen.

Das ist auch unser Thema heute, wie Du auf dem Fyler schon lesen konnte oder spätestens bei der Präsentation gemerkt habt.

Lasten was sind das? Ein paar hast Du ja schon bei der Präsentation kennen gelernt:

- Trauer

- Verzweiflung

- Angst

- Zweifel

- Aggressionen

- Hass

- Krankheit

- usw.

Das sind alles Lasten, die wir in unseren Leben haben und mit denen wir leben müssen

Manche von ihnen hindern uns daran, glücklich zu sein.

Lasten sind Sachen, die uns von anderen Menschen trennen können oder die uns belasten, die unser Herz unseren Verstand belasten. Manchmal verhelfen sie uns aber auch zu dem, was wir uns wünschen.

Vielleicht kennst Du ja den Film: Verrückt nach Mary.

Da geht’s um ein paar Typen, die alle in Mary verliebt sind. Einer unter ihnen ist gehbehindert und kann nur mit Hilfe von zwei Stöcken gehen. Naja, wenigstens tut er . Iin Wirklichkeit ist er kerngesund. Aber durch seine vorgetäuschte Behinderung bekommt er die Aufmerksamkeit von Mary, die er sich wünscht und die er ohne seine Last, sein Leiden nicht bekommen würde. Das denkt er wenigstens, aber ausprobiert hat er es nicht.

So kann es auch passieren, dass jemand eine Last, eine Krankheit, ein Leiden nur vortäuscht, um von einem anderen, dass zu bekommen, was er sonst nicht bekommen würde.

Vielleicht kennst du da auch Beispiele oder hast es selber schon einmal erlebt.

Ich hab nun eine kleine Aktion mit euch vor. Ihr habt euch sicher schon gefragt, wofür die Steine hier vorne stehen. Ich bitte euch, dass sich jeder mal einen Stein zu seinem Platz holt.

(Jeder kommt nach vorne und holt sich einen Stein, nachdem sie sich wieder gesetzt haben, geht es weiter)

Nun habt ihr auf euren Plätzen einen Zettel, ein Briefumschlag, ein Stift und eine Reisnadel liegen.

Ich möchte euch bitten, dass jeder für sich mal aufschreibt, was er für Lasten mit sich rum trägt. Jeder für sich ganz alleine. Wenn ihr damit fertig seid, dann steckt den Zettel in den Briefumschlag und heftet ihn mit der Reisnadel an den Stein. Das ist euer ganz persönlicher Zettel, den wird kein anderer lesen.

Wenn ihr damit soweit seid, dann bitte ich euch, die Steine wieder nach vorne zu bringen und hier neben mir, mit ihnen eine Mauer zu bauen. Vier Steine unten und den Rest obendrauf.

(Warten bis die Aktion beendet wurde, helfen beim Mauerbau)

Was ich Dir damit zeigen möchte, ist, dass Lasten, die wir haben, auch eine Mauer sein kann.

Eine Mauer, die Dich davon trennt, glücklich zu sein, oder glücklicher zu sein.

Eine Mauer, die dich trennt, mit anderen zu quatschen oder Spaß zu haben.

Eine Mauer, die Dich trennt von Deinen Freunden oder Deiner Familie.

Eine Mauer, die Dich auch trennt von Jesus, weil wir denken, der kann uns ja auch nicht helfen. Oder er will mir bestimmt nicht helfen.

In der Bibel, also in dem Buch hier, wo ganz viele Geschichten von Gott und Jesus drinstehen, sozusagen, das Tagebuch von Gott, da gibt es auch eine Geschichte, die ich Dir kurz mal erzählen möchte.

JESUS UND PETRUS

Jesus hatte so ein paar echt gute Freunde, mit denen er durchs Land gezogen ist, die viel von ihm gelernt haben und mit denen er auch viel Spaß hatte.

Einer von denen hieß Petrus. Petrus war einer der besten Freunde von Jesus. Wenn Jesus mal nicht mit allen was unternehmen wollte, dann nahm er immer Petrus und noch zwei andere mit sich.

Petrus war son echter Kerl, immer die größte Klappe, hat überall sein Senf zugegeben und war immer vorne mit dabei, wenn Jesus Stress mit anderen hatte.

Er war auch dabei, als Jesus gefangen genommen wurde. Es war ja so, dass den Priester nicht gefiel, was Jesus gesagt hat, und sie hatten keinen Lust mehr auf ihn, deswegen sollte er aus dem Weg geräumt werden. Da wo sie ihn dann gefangen genommen hatten, war Petrus auch dabei. Die ganzen anderen sind dann abgehauen. Sie hatten Angst, dass sie auch noch verschleppt werden.

Petrus wollte aber wissen, was mit Jesus passiert und deswegen ist er hinterher gelaufen, zu dem Haus, wo sie Jesus hingebracht haben. Vor der Tür fragte ihn dann jemand: Ey, du bist doch auch einer von diesen Jesus Freunde, oder!? Und er: Was ich? Nee, ich doch nicht! Vergiss es, das bin ich nicht.

Das Ganze passierte noch zweimal, und jedes Mal sagte Petrus: Was, ich einer von diesen Freaks? Ganz sicher nicht!

Nagut, Jesus wurde also getötet. Aber da er Gottes Sohn war, hat Gott Jesus zurück ins Leben geholt. Und Jesus ist dann später zu dem See gegangen, wo ein paar seiner Jungs, also auch Petrus, fischen waren. Die wussten nämlich nicht, was sie nun tun sollten. Sie dachten ja, Jesus ist tot und kommt nie wieder, und deshalb sind sie einfach in ihren alten Beruf gegangen.

Und , sie trafen sich am Ufer und haben zusammen gegessen.

Ich kann mir vorstellen, dass Petrus sich echt scheiße gefühlt hat, denn er wusste, dass Jesus das mitbekommen hatte, als er gesagt hatte: Was ich? Nee, zu dem gehör ich nicht.

Aber Jesus hat ihn nicht zusammen gestaucht und gesagt: Toller Freund bist du, auf dich kann ich auch verzichten.

Nein! Jesus fragte ihn: Petrus, hast du mich lieb? Und Petrus sagte: Hey Jesus, ja mann, ich hab dich lieb!

Das reichte Jesus aber nicht, und er fragte noch mal: Petrus, hast du mich lieb? Und Petrus wieder: Ja, Jesus, ich hab dich lieb! Nicht wirklich glaubwürdig, oder!?

Jesus reichte das auch nicht, er wollte, dass Petrus begreift, was er da sagt. Und er fragte ihn noch mal: Du, Petrus, hast du mich wenigstens ein wenig gern? Und Petrus wusste gar nicht, was er sagen sollte, schon wieder diese Frage.

Warum glaubt Jesus ihm denn nicht? Er fängt an zu heulen und schluchzt: Jesus, du weiß alles, und du weiß auch, dass ich dich lieb habe.

Zwischen den beiden, also Jesus und Petrus war auch eine Mauer. Petrus trug eine Last mit sich rum und wusste nicht was er machen sollte, jetzt wo Jesus doch nicht tot war. Aber Jesus hat ihm geholfen, die Mauer abzubauen. Er hat ihn nicht angeklagt oder gar nichts zu ihm gesagt, was ja manchmal noch viel Schlimmer ist. Nein! Jesus ist ihm entgegengekommen und hat versucht, dass Petrus merkt, dass er ihm nicht böse ist.

Ich hab das auch mal erlebt. Als ich grad ein Jahr meinen Führerschein hatte und oft am Wochenende in Discos war oder mich mit Freuden getroffen habe, da hat mich ein guter Freund gebeten, dass ich mit seinem Bus ihn und ein paar andere später von der Disco abhole. Ich wollte ihm einen Gefallen tun und war einverstanden, an dem Abend mal nichts zu trinken und die Leute später abzuholen. Ich war erst mit in der Disco und später dann mit ein paar Leuten noch zu einem Freund zum Video gucken.. Er hat dann schön sein Alk aufgebaut, und ich hab nicht mehr dran gedacht, dass ich noch mal fahren musste und hab fröhlich mit ihm zusammen gebechert.

Also so, dass ich nicht mehr Auto fahren durfte. Aber da war noch ein anderer Bekannter dabei, der kein Alkohol trinkt. Und den haben wir dann dazu verdonnert, dass er später mit dem Bus von meinem Freund und mir die Leute abholt.

Lange Rede kurzer Sinn, als ich meinem Freund das erzählte, dass der Bekannte mit seinem Bus gefahren ist, weil ich nicht mehr durfte, war er stink sauer auf mich, und wir haben wochenlang nicht miteinander geredet. Wir haben davor fast jeden Tag was zusammen gemacht, und durch die Aktion war da gar nichts mehr.

Ich wollte nicht einsehen, dass es mein Fehler war, und er konnte mir nicht verzeihen, dass ich einen anderen seinen Bus habe fahren lassen. Ein paar Wochen später waren wir dann auf der gleichen Party, natürlich war immer noch Funkstille zwischen uns.

Ein paar von unseren Freunden hat das ziemlich angekotzt und sie haben uns gesagt, dass wir endlich miteinander reden sollen.

Er fing dann an und hat mir seine Sicht der Aktion erzählt. Da hab ich erst verstanden, was ich ihm angetan habe und wir waren bereit, dass wir die Mauer, die zwischen uns war, abbauen konnten.

Zum Glück hatten wir Freunde, die uns geholfen haben, dass wir unsere Freundschaft wieder hatten.

Wahrscheinlich kannst du auch eine solche Story erzählen. Kennst solche Situation. Ob nun die von mir oder die von meinem Freund.

Vielleicht hast du selber eine Mauer aufgebaut und versteckst dich dahinter, oder du weißt nicht, wie du sie abbauen sollst, wie du deine Last loswirst.

Was ich aus der Sache gelernt habe, ist, dass es gut ist, Freunde zu haben, die einem bei so was helfen, aber auch, dass es manchmal, auch wenn es schwer ist und man seinen Schweinehund besiegen muss, wichtig ist, Mauern abzureißen bzw. Lasten einfach mal los zu werden.

Du hast ja vorhin, den Stein von vorne geholt und musstest ihn dann wieder nach vorne bringen. Das hab ich nicht gemacht um Dich zu ärgern oder weil ich es witzig fand, sondern weil Du merken sollten, was es heißt eine Last zu tragen und wie schön es sein kann, wenn man sie loswird.

Und wir als Jugendkirche, als Mitarbeiter der Jugendkirche wollen dir auch helfen, Lasten los zu werden. Also wenn du denkst, es wird Zeit, deine innere Mauer einzureißen, eine Last loszuwerden, dann helfen wir dir gerne.

Da sind Leute wie Conny oder Thomas, die haben sich zur Aufgabe gemacht, dir zu helfen. Oder du brauchst jemanden zum Quatschen, weil dich eine Last tierisch belastet, dann möchte ich dir das Angebot machen: komm zu uns und wir helfen dir dabei.

Aber nicht nur wir wollen dir helfen, auch Jesus bietet dir seine Hilfe an. In der Bibel sagt er einmal: Kommt zu mir alle die ihr mühselig und beladen seit, ich will euch erquicken.

Und das sagt Jesus auch zu dir: Ey, wenn du nicht weiter weißt, es dir dreckig geht, du eine Last, um beim Thema zu bleiben, mit dir rum trägst, dann komm zu mir, ich werde dir ganz sicher helfen. Er sagt nicht, ich werde dir vielleicht helfen, wenn ich die Zeit finde. NEIN, ich werde dir ganz sicher helfen!

Bei Jesus ist das oft so, dass er dir ganz anders hilft, als wie du es dir vorher gedacht hast, aber er hilft, so wie es das Beste für dich ist. Das kannst du glauben.

Wenn du dich jetzt fragst, wie das denn geht und was man dafür machen muss. Das ist einfach.

BETE!! Man muss nur mit Jesus quatschen und ihm ganz ehrlich mal sagen, was alles scheiße ist. Wenn du nicht weißt, wie das geht oder lieber ein wenig Hilfe dabei hättest, das ist super, das ist absolut kein Problem. Quatsch mich oder einen anderen Mitarbeiter der Jugendkirche einfach an und wir helfen dir dabei.

Nun ist es ja oft so, wenn man beginnt Mauern abzubauen,

(Steinmauer abbauen und zu einem Weg nebeneinander legen)

dass da nur ein schmaler Weg entsteht und auf dem es gar nicht so einfach ist, nicht links oder rechts runter zu fallen und damit ist da Thema gegessen.

Aber ich möchte dir Mut machen, wenn du abrutscht, runter fällst oder es mal nicht so einfach ist und du nicht weißt, ob es jetzt gut war, die Mauer abzubauen, die Last los zu werden, dann glaube daran, dass es gut ist, denn dann hast du die Möglichkeit zu einem glücklicherem Leben. Vielleicht bekommst du, so wie bei mir, eine Freundschaft zurück oder auch was ganz anderes.

Wenn der Weg zu schwer ist, dann such dir Hilfe, die dich stützt oder dir wieder hilft den richtigen Weg zu gehen, Lasten los zu werden, Mauern einzureißen.

Versuche es und fang damit an, denn es lohnt sich.

Ich habe eine gute Freundschaft zurückbekommen.

Petrus wurde ein berühmter Mann, wer weiß, was du bekommst, wenn du eine Mauer einreißt, eine Last abgibst. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft dafür, dass du es schaffst. Und wir helfen dir super gerne dabei.

Als Andenken bzw. als Erinnerung haben wir hier vorne ganz viele kleine Steine für euch, die ihr mitnehmen könnt. Und immer, wenn du deinen Stein siehst, dann erinnere dich daran, wie gut es ist, die Mauern abzureißen oder die Last los zu werden.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Artikel für den Anruf: Thema: Ich lese gerne Bibel, weil...

Ich lese gerne die Bibel, weil…

…sie das einzige Buch ist, was man auf zwei Arten lesen kann.

Zum einen ist die Bibel ein Buch voller spannender Geschichten, Krimis und Erzählungen. Man findet von jedem Etwas , da gibt es große, emotionale Freundschaften, wie David und Jonatan (1.Samuel 18ff) oder unglaublich spannende Geschichten, wie die von Simson (Richter 13 - 16), Tragödien wie die von Hiob (Hiobbuch) oder die Geschichte eines Volkes, die Sklaven waren und dann auszogen, in der Hoffung auf ein besseres Leben (2.Mose ff). Die Geschichten in der Bibel sind so unterschiedlich, wie die Menschen, die in ihnen vorkommen und dennoch durchzieht ein Name alle Geschichten – Gott.

Zum anderen ist die Bibel ein Buch voller Leben und Liebe, voller Trauer und Verzweiflung und Einem der uns Hoffnung gibt – Gott. Man kann die Bibel, und das ist mindestens genau so spannend, auch als Geschichte Gottes mit seinen geliebten Menschen lesen.

In diesem Fall ist es dann nicht nur eine gute, spannende und „malgutgelesenzuhabende“ Geschichte, sondern eine Geschichte über uns. Wenn wir so die Bibel lesen, dann wird sie persönlich und fordert uns heraus darüber nach zu denken und vielleicht sogar danach zu leben. Sie wird lebendig.

Für mich gehört Bibellesen zum „christsein“ dazu, wie das beten oder der Gottesdienstbesuch, aber auch wie die Mitarbeit an der Gemeinde Gottes. Das Bibellesen ist eine Art mit Gott zu kommunizieren und sie kann vieles, von dem was ich nicht verstehe, erklären. Wenn ich mir bewusst werde und klar mache, dass Menschen schon in der Bibel mit den Problemen und Freuden zu tun hatten, wie ich sie auch heute habe, komme ich damit besser zurecht .

Durch das Bibellese bekomme ich einen Eindruck, was Gott von mir erwartet, wie er über mich denkt und was ihn freut. Ich sehe seine vollkommene Liebe, die er mir schenken möchte und er erwartet nichts von mir, außer das ich die Liebe, auf meine Art und Weise, erwidere.

Aber Eines ist sicher, Bibellesen sollte ohne Zwang ablaufen und man sollte beide Formen mal ausprobieren.

Ich lese gerne die Bibel, weil es sich lohnt ;-).

Hausarbeit: Seelsorgerliches Handeln Jesu

Johannes 21, 15 – 23, Jesus Worte an Petrus

Bibeltext:

  • 15 Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. 19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! 20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?

Zu Anfang möchte ich kurz sagen, warum ich diesen Text gewählt habe. Ich finde diesen Text deswegen so aufregend, in seelsorgerlicher Ansicht, zu beschreiben, da es die Stelle ist, wo Jesus dem Mann der in verleugnet hat gegenüber tritt. Ich denke auch wenn man manchmal behauptet Jesus geht etwas härter vor, in seinen Weisungen, Gleichnissen und Reden, dann kann man hier diese unglaubliche Liebe sehen, die Jesus hier gegenüber Petrus hat, aber auch zu uns Menschen. Obwohl Jesus wohl sehr verletzt war durch die Verleugnung, von einem seiner Lieblingsjünger, den Petrus gehörte zu den Dreien, die immer mit Jesus gingen, macht er ihm keinen Vorwurf daraus, sondern bereitet in auf einem unglaublich großen Auftrag vor.

Wenn wir uns die Geschichte und das, was davor passiert ist, betrachten, dann wissen wir, dass Petrus Jesus dreimal verleugnet hat, als dieser vor Gericht war. Aber Jesus wirft ihm das in dieser Situation nicht vor oder spricht ihn darauf an. Jesus macht den Erstkontakt, d.h. dass er ihn anspricht (Vers 15: Simon, Sohn des Johannes,…).Wahrscheinlich merkt er, dass Petrus sich nicht ganz wohl fühlt in der Nähe von Jesus (Eigeninterpretation). Jesus beginnt also das Gespräch, aber nicht mit der Anklage, die man erwartet hätte, sondern mit einer ganz einfachen Frage (Vers 15:…hast du mich lieber,…).

Jesus versucht Petrus begreiflich zu machen, dass es nicht in erster Linie um die Verleugnung geht, sondern um eine Frage, die viel tiefer reicht. Um die Frage, ob Petrus Jesus lieb hat. Denn dann kann Jesus den Verrat, die Verleugnung auch verzeihen.

Nach der Antwort merkt man, dass Jesus das noch nicht wirklich ausreicht. Die Reaktion von Petrus ist ihm noch nicht genug, er möchte noch tiefer an den Kern von Petrus ran, an das Herz. Deswegen wiederholt er dieselbe Frage (Vers16: Spricht er zum zweiten Mal,…). Aber auch dieses Mal antwortet Petrus gleich und Jesus merkt, dass Petrus nicht im Stande ist, diese Frage zu beantworten. Jesus merkt, dass da noch mehr ist. Deswegen, um Petrus nicht zu quälen, ändert er seine Frage und fragt erneut (Von Luther wurde es hier falsch übersetzt. Im griechischen unterscheidet sich hier die dritte von den anderen beiden Fragen. Bei den ersten beiden Malen fragt Jesus, ob Petrus ihn liebt (agape) beim dritten Mal fragt er ihn, ob er ihn mag (philia). Deswegen erwähne ich hier die Umstellung der Frage). Hier ist der Punkt, wo Petrus bricht. Und er antwortet auch nicht auf die gleiche Weise wie davor, sondern verweist auf Jesu Allwissenheit (Vers 17: Spricht er zum dritten Mal,…). Jesus ist hier an das Herz von Petrus gedrungen. Er ist da, wo er hin wollte. Nun ist Petrus bereit für die Aufgabe, die Jesus für ihn bereithält.

Das ist der erste Abschnitt in dieser Geschichte, das heilende Gespräch zwischen Jesus und dem Jünger, der ihn dreimal verleugnet hat. Jesus holt Petrus da ab, wo es für ihn am meisten wehtat. Petrus wusste, dass Jesus wusste, dass er ihn verleugnet hat, so wie Jesus es vorher gesagt hatte (ehe der Hahn kräht). Aber Jesus begegnet ihm nicht mit Vorwürfen, sondern mit einer Herausforderung.

Wenn wir uns ansehen, wo sich dieses Gespräch ereignet hat, dann ist festzuhalten, dass Petrus in einem geschützten Rahmen war (Vers 15: Als die nun beim…). Er war wieder in seiner alten Arbeit als Fischer und mit Freunden zusammen. Mit diesen Leuten hatte er viel mit Jesus erlebt, sie waren wohl eher wie Brüder, als wie Freunde. Sie kannten sich, wussten alles voneinander. Jesus begegnet ihm da, wo er sich heimisch fühl. Am See bei seiner Arbeit mit seinen „Brüdern“. Dazu kommt noch, dass sie in einer kleinen vertrauten Runde beisammen saßen. Jesus stellt Petrus hier nicht bloß und wirft ihm vor, dass er ihn verleugnet hat. Jesus beginnt das Gespräch mit der direkten Anrede an Petrus.

Jesus baut das Gespräch mit Petrus gezielt auf. Er gibt Petrus indirekt, was der sich in der Situation so sehr ersehnt, nämlich die Entschuldigung für sein Verhalten. Jesus fordert die Entschuldigung nicht direkt von Petrus, nach der Art: Petrus du hast mich verleugnet, nun entschuldige dich dafür. Sondern er lässt ihm den Freiraum den er braucht, um seine Entschuldigung auch zu begreifen und ehrlich zu meinen.

In dem Gespräch gibt Jesus Petrus immer wieder Hoffnung, dass da noch mehr ist, indem er sagt: „Weide meine Lämmer.“ Er weckt Hoffnung in Petrus, dass für ihn nicht alles vorbei ist, weil er diesen Fehler gemacht hat. Jesus gibt ihm von Anfang an zu verstehen, dass er mit ihm noch was vor hat, dass er einen Auftrag für ihn hat.

Dann gibt Jesus Petrus eine Ausschau auf das, was kommen wird. Er gibt ihm Hoffnung (Vers 18: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir,…).

Im weiteren Gespräch verliert Jesus Petrus nicht aus den Augen, er bleibt bei dem, was für Petrus gerade wichtig ist und beschäftigt sich nicht mit anderen Dingen (Vers 21- 22: Als Petrus diesen sah,…Folge du mir nach.).

Was können wir vom Verhalten Jesu lernen?

Man erkennt hier, dass es eine Abfolge für das Gespräch gibt.

  1. Jesus beginnt das Gespräch auf dem Niveau, welches Petrus versteht. Er begegnet ihm da, wo er sich heimisch und geborgen fühlt, ohne ihn anzuklagen.

  • So sollten auch wir als Seelsorger arbeiten. Wir sollten die Menschen, die zu uns kommen oder die wir besuchen, da „abholen“, wo sie es verstehen können. Wir müssen sie dafür kennen bzw. einschätzen können, um das zu erreichen. Genauso wichtig ist es, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Nur da, wo Menschen sich wohl und geborgen fühlen, können sie sich auch öffnen. Es ist ganz wichtig, dass wir keine Anklage machen, sondern die Person indirekt auf das Problem hinweisen. So wie Jesus es hier bei Petrus macht. Er verweist ihn nicht auf seinen Verrat, sondern führt ein indirektes Gespräch, welches die wesentlich wichtigere Frage klärt.

  1. Jesus lenkt das Gespräch in eine bestimmte Richtung, ohne zu sehr an seinem Weg zu hängen. Er kennt das Ziel und versucht Petrus dahin zu führen.

  • Bei der Arbeit als Seelsorger ist es wichtig, auf den Menschen zu sehen, auf ihn einzugehen. Das können wir hier lernen. Jesus weiß sein Ziel und begleitet das Gespräch in die richtige Richtung. Da wo es hackt, versucht er es erneut mit einer anderen Methode. Wir sollten uns als Seelsorger auch bewusst sein, welches Ziel wir verfolgen. Der Weg dahin darf aber nicht feststehen, sondern sollte variabel sein.
  1. Jesus behält die Peron, die im Moment wichtig ist, um die es geht, im Blick.

  • Jesus kümmert sich nur um Petrus in dieser Situation. Auch bei der Frage von Petrus antwortet er nicht darauf, sondern macht deutlich, was für Petrus im Moment zählt. Wenn wir als Seelsorger tätig sind, sollten wir die Person, um die es geht, mit unserer 100 %igen Aufmerksamkeit wahrnehmen und uns nicht durch andere Aufgaben ablenken lassen. Für die Zeit, wo wir mit der Person zu tun haben, ist sie Mittelpunkt und Hauptperson unseres Gesprächs.

  1. Jesus gibt Petrus Hoffnung für die Zukunft.

  • Wir können zwar nicht wie Jesus in die Zukunft sehen und wissen, was den Anderen erwartet, aber wir können ihm Hoffnung geben. Als Seelsorger sollten wir darauf bedacht sein, dass Menschen bei uns sind, die nicht glücklich in ihre Zukunft blicken. Sie haben Probleme und Angst vor der Zukunft, deswegen haben sie uns aufgesucht. Wir können alles perfekt machen. Gut durch das Gespräch führen, den Kern bei der Person treffen, es schaffen, dass sie sich mit ihrem Problem auseinander setzt. Aber wir sollten auch Hoffnung geben. Aufrichtige Hoffnung, dass sich etwas ändert, dass die Person gebraucht wird. Denn um mit Problemen umzugehen, sie zu lösen, brauchen Menschen Hoffnung. Man kann Vieles erreichen und viele Probleme lösen, aber gibt es keine Hoffnung oder sagen wir es der Person nicht, dann haben wir eine große Hilfe vergessen.

Feedback

Hallo, es wäre sehr schön und wichtig für mich, wenn ihr besonders bei Predigten bzw. Kurzandachten ein kurzes Kommentar schreiben würdet und mir Feedback geben würdet, was euch anspricht und was nicht. Somit könnte ich da an mir arbeiten und mich verbessern. Vielen Dank